Oft werden Influencer in eine Schublade mit Journalisten gesteckt, zum Beispiel, wenn es um die Definition der Aufgabe bzw. des Berufs eines Influencers geht. Das ist allerdings falsch, und auch bei Veranstaltungen oder in der PR Arbeit generell fatal. 👎🏼 

Die beiden „Jobs“ unterscheiden sich – trotz Parallelen – grundlegend.

Influencer sind komplett unabhängig und haben sich eigenständig das Vertrauen ihrer Follower und Community erarbeitet, sodass sie Meinungen und Kaufentscheidungen direkt beeinflussen können. 🔊 Der Begriff „Influencer“ ist mittlerweile teils negativ behaftet, und steht in den Köpfen vieler Menschen für „überprivilegiert“, „überbewertet“ oder sogar „faul“. Wer tatsächlich so denkt – und somit alle Online Content Creator in eine Schublade steckt – unterschätzt Influencer Marketing und den Wert dessen in unserer bereits sehr veränderten Medienwelt komplett. Denn ein Influencer hat sich das hart erarbeitet, was der Traum eines jeden Unternehmens oder Selbstständigen ist: eine so hohe Bindung zu seiner (selbst aufgebauten) Community, dass diese ihm bei Kaufempfehlungen teils blind vertraut und sofort kauft.

Genau deshalb ist es eine so große Chance für jeden Unternehmer, mit Influencern zusammenzuarbeiten – vorallem in der Start Up Phase, wenn neue (Produkt) Launches anstehen, eine neue Nische erschlossen werden soll oder eine Umpositionierung bevorsteht.

Influencer haben sich all ihr Können – von der kreativen Content Creation bis hin zur Sponsoren Suche und Zusammenarbeit mit großen Unternehmen – selbst beigebracht. Da die Branche so jung ist, und selbst der Begriff „Influencer“ erst seit 1-2 Jahren maximal allgemein bekannt ist, sind sie „Early Adapter“ und hatten in der Regel keine Möglichkeit der Ausbildung. Sie mussten die Arbeit in einer Branche erlernen, die es quasi noch gar nicht gab, und die erst seit 2017 wirklich existiert und boomt. 💥

Herkömmliche Journalisten sind hingegen gelernt und haben ihr Fach in der Regel studiert. Wenn sie fest angestellt sind, verdienen sie ein festes Gehalt. Ihr Job ist es, aufzuklären und Informationen durch die Massenmedien zu verbreiten. Über die Plattformen wird ihnen Reichweite gewährt. Meistens brauen sie sich keine eigene Reichweite oder Personenmarke auf. Ein Influencer hingegen verkauft einen Teil seines privaten Lebens und erhält dafür eine Community und Reichweite. 👀

Die Funktion von Journalisten ist extrem wichtig für unsere Gesellschaft und Demokratie, und nicht vergleichbar mit der Tätigkeit eines Influencers, der vor allem für seine Reichweite und Community eingeladen und bezahlt wird, die er an seinem Leben teilhaben lässt. Während ein Journalist die Informationen die er verbreitet normalerweise stark recherchiert, teilt ein Influencer oft seine persönlichen Ansichten und Meinungen. Ein Influencer ist im Gegensatz zum Journalisten moralisch weniger dazu verpflichtet, die Trennung von redaktionellen und werblichen Inhalten zu beachten. Ein Journalist dient in der Regel nicht als Markenbotschafter, sondern ist unabhängig von Sponsoren oder Kooperationen.

Vermischen sollte man die beiden Meinungsführer also nicht. Gemeinsam haben sie lediglich ihre Verantwortung und Sichtbarkeit in der Gesellschaft.