In dieser Folge „Zwischen Generation Y und Z“ spreche ich mit Max Klemmer über den Generationenwechsel im Traditionsunternehmen „Miss Germany Corporation“ und das neue Konzept der Wahl zur Miss Germany – aus einem reinen Schönheitswettbewerb für Frauen wurde in den letzten Jahren ein Wettbewerb um die stärkste Persönlichkeit. 

Max Klemmer ist 24 Jahre alt, wohnt in Oldenburg und ist seit 2017 Geschäftsführer von Miss Germany. Er führt das Familienunternehmen, das in 1927 gegründet wurde, bereits in der dritten Generation – und das mit Erfolg. Der Relaunch im letzten Jahr hat die Miss Germany Wahl so populär wie seit vielen Jahren nicht mehr gemacht. Jetzt anhören:

Für Max‘ Familie war immer klar, dass er das Unternehmen weiterführt, für Max allerdings nicht. Er hatte zunächst andere Pläne. Als er jedoch vor der Entscheidung stand, seinen Opa und Gründer Horst Klemmer, der sich mit 80 Jahren langsam als Geschäftsführer aus dem Unternehmen zurückziehen wollte, als Nachfolger zu vertreten, kam es anders. Zunächst absolvierte er eine Ausbildung im Unternehmen selbst, danach folgte ein Studium in Business Administration mit Schwerpunkt Marketing und Human Resources. 

Seit 3,5 Jahren ist Max nun Geschäftsführer der Miss Germany Corporation. Als er anfing stand fest, dass es ein komplett neues Konzept braucht, um die Miss Germany Wahl weiterhin erfolgreich am Leben zu halten und wieder attraktiver für Bewerberinnen sowie Sponsoren zu machen.

Kurz zum Verständnis ein Rückblick zu den Anfängen der Miss Germany Wahl: der ursprüngliche Gedanke war tatsächlich, schöne Frauen – vorzugsweise im Bikini – einer Jury und dem Publikum zu präsentieren, um damit eine größtmögliche Aufmerksamkeit zu erzielen. Soziale Netzwerke wie Instagram gab es zu dieser Zeit noch lange nicht – und so musste man sich eben über andere Wege der Öffentlichkeit präsentieren. Auch Freizügigkeit war damals natürlich lange nicht so selbstverständlich und zugänglich wie heute,

Mittlerweile ist der Bikini-Walk Vergangenheit, und seit letztem Jahr präsentiert sich die Miss Germany Wahl mit einem komplett neuen Konzept. Weg vom ästhetischen Schönheitswettbewerb hin zu einem Wettbewerb, wo es um Persönlichkeit geht – „Female Empowerment“ lautet das Motto, und gesucht wird eine authentische und vor allem starke Persönlichkeit, die ihre Geschichte erzählt und sich vor allem nicht verstellt. Genau das, was Leonie von Hase verkörpert. Die Miss Germany 2020 ist 36 Jahre alt, Mutter einer Tochter und dazu noch sehr hübsch. Cool, erfrischend und stark – die perfekte Botschafterin für das neue Konzept und die Message „Empowering authentic women“. Öffentliche Auftritte sind aktuell aufgrund der Situation in der Corona Krise nicht möglich. Leonie hat ihr eigenes Home Cooking Format und Kooperationen mit Partnern der Miss Germany Cooperation. Auch hier hat man neben der Baur Medien Group, neue und vor allem für das Konzept passende Partner gefunden.

Früher sah die Aufgabe einer Miss Germany da noch anders aus. Max‘ Mutter war 1992 selbst Miss Germany und sozusagen als Repräsentantin für Schönheit und Gesundheit in ganz Deutschland unterwegs – zwar war Max da noch nicht auf der Welt, jedoch kennt er die alten Videokassetten. 😉

Heute läuft hier viel über die Social Media Kanäle. Weniger Veranstaltungen, mehr Kommunikation mit der passenden Zielgruppe online. Der Bewerbungsprozess läuft über die Website und die Vermarktung funktioniert prima über Instagram & Co. – Max sieht in dieser Entwicklung mehr Chancen als Risiken. Seit August 2019 ist das Team dort verstärkt am Content kreieren und ist für die User nahezu 24/7 zu erreichen. Und seit dem 1. Mai findet man die Miss Germany Cooperation auch auf Tik Tok mit einem eigenen Account. 

Die Bewerberinnen sind zwischen 18 und 39 Jahre alt – die Kombination aus Generation Y und Z macht es für Max so spannend – und der Erfolg liegt darin, beide Zielgruppen zu verstehen, und auf ihre Bedürfnisse einzugehen. Er selbst sieht sich zwischen beiden Generationen. Etwas, das ihm durchaus vertraut ist. Er selbst bewegt sich in seinem Familienunternehmen zwischen verschiedenen Generationen. Da kann es schon einmal zu unterschiedlichen Ansichten kommen – aber am Ende geht es um den Erfolg, und der kommt nur mit einer auf lange Sicht angelegten und nachhaltigen Strategie. 

Die Miss Germany Cooperation hat den Sprung in die digitale Welt geschafft, und ist damit sicher ein Paradebeispiel für ein Traditionsunternehmen, das seit fast 100 Jahren existiert, und mit Max als Geschäftsführer in der dritten Generation weiterhin auf Erfolgskurs steht.