In dieser Podcastfolge spreche ich mit Unternehmer, Fotograf und Videoproduzent Benjamin Diedering. Benjamin habe ich im Dezember 2019 auf einem gemeinsamen Kundenevent kennengelernt. Mittlerweile arbeiten wir oft an gemeinsamen Projekten – und auch ich stand schon vor seiner Kamera.

Benjamin ist ein Millennial, also mit 27 Jahren ein Kind der Generation Y. Angefangen hat seine Karriere als als Partyfotograf. Mittlerweile führt er eine erfolgreiche Medienagentur für Foto- und Videoproduktionen in Leipzig, hat ein kreatives Team an seiner Seite und reist für einen Kunden auch gerne mal um die Welt. An neuen Orten holt er sich seine Inspiration, die er dann für neue Kampagnen mit seinem Team nutzen kann. BDX Media hat sich vor allem auf Social Media Kampagnen spezialisiert.

Benjamins Leidenschaft für die Fotografie hat er schon vor über 10 Jahren entdeckt. Als Partyfotograf war er auf Events unterwegs und hat damals auch schon seine ersten Videos für Veranstalter und DJs gedreht. Zu der Zeit hat er Mathematik und Informatik auf Lehramt studiert. Nach dem Studium musste Benjamin allerdings erkennen, dass das Lehren nicht unbedingt seine Passion ist. Lieber etwas eigenes kreieren – wie Events organisieren oder fotografieren. Ein Jahr hat er sich gegeben, um zu schauen, ob er hier als selbständiger Unternehmern überleben kann.

Heute arbeiten in seiner Agentur 5 feste Mitarbeiter. Anfangs hat er versucht mit Freelancern zu arbeiten, jedoch schnell gemerkt, dass diese häufig wechseln, und es unglaublich schwer ist, dabei eine einheitliche Brand Sprache aufzubauen. Unternehmenswerte sind enorm wichtig für ihn – und das können eben nur Mitarbeiter richtig leben, die langfristig im Team sind und am Ende auch für die gleichen Ziele und Visionen wie die Agentur arbeiten. Sein erster Mitarbeiter ist bereits seit der Gründung an seiner Seite.

Dass Benjamins Team so hinter ihm steht liegt sicher auch daran, dass er seinen Mitarbeitern viele Freiheiten lässt. Feste Arbeitszeiten gibt es nicht, aber eine Deadline, und die muss eingehalten werden. An Aufträgen mangelt es nicht, das letzte Jahr – 2019 – war sehr erfolgreich. Die Wirtschaft hat geboomt, die Marketingtöpfe der Unternehmen waren voll und jeder wollte in neue Videokampagnen investieren. Eine klassische Kundenakquise war gar nicht nötig. Und wenn man erstmal einen Kunden mit seiner professionellen Arbeit überzeugt hat, kommt er laut Benjamin auch für das nächste Projekt wieder. Und ganz wichtig, das hat er gelernt, man muss auch mal nein sagen. Der Tag hat nur 24 Stunden und ohne Budget kann auch er nicht erfolgreich arbeiten. Mit steigender Erfahrung und Professionalität erhöht sich eben auch der Stundensatz – und wenn man dann nicht mehr zusammenkommt, dann ist das so zu akzeptieren. Sonst bleibt am Ende auch der Erfolg aus. 

Seine Vision fasst er, wie ich finde, sehr treffend mit zwei Sprüchen zusammen:

„Dream bigger“ & „The world is yours“

Du kannst alles schaffen, wenn Du es willst. Die einzigen Grenzen, die existieren, sind die, die Du oder Dein Umfeld Dir vorgeben. Das gilt auch für seine Agentur. Immer wieder neue Wege gehen, Neues ausprobieren – und dann ist da der Stolz, wenn man das Ergebnis sieht und sagen kann: „Das habe ich gemacht und das ist richtig geil geworden.“

Benjamin sagt, er hat ein unternehmerisches Gen. Aber was bedeutet die Selbständigkeit für ihn genau? Es ist die Freiheit, die steht für ihn sogar noch über Erfolg und Geld. Der Luxus, das zu machen, worauf man gerade Lust hat, das ist Freiheit und das größte Gut. Und eine gewisse Macht zu haben, weil man ein Wissen besitzt, das man anderen Menschen vermitteln kann. Sein Gehalt als Geschäftsführer hält er gering, das Geld soll lieber in der Agentur bleiben und für Investitionen genutzt werden. Da gibt es noch so viele größere Projekte, die bisher nur als Idee existieren. Und dafür braucht man Geld. Aktuell heißt es allerdings erstmal abwarten. Die Corona Krise trifft seine Branche hart und verlang Flexibilität.

Ein besonders prägendes Erlebnis in seiner bisherigen Karriere war in 2019 beim Sonne-Mond-Sterne Festival. Da war er gemeinsam mit seinem Team und weiteren Top Produzenten für die Produktion des Aftermovies engagiert. Mit so einem professionellen Team zusammenarbeiten zu dürfen war eine einzigartige Erfahrung und wohl eine der aufwändigsten Produktionen, an der er bisher gearbeitet hat. 

Und dann war da noch der Umzug der Agentur Anfang des Jahres in das neue Büro, auf das Benjamin sehr stolz ist.  Mitten in Leipzig, hohe Decken, Parkett, sehr schick und viel Raum für Kreativität. Das alte Office hätte dagegen auch als Drehort für die Serie Stromberg dienen können. 😉

Benjamin gehört zur Generation Y – im Gegensatz zu mir kam er erst deutlich später mit der digitalen Welt in Berührung. Der erste Computer in der Familie wurde gekauft, als er in der 3. Klasse war. Drei Jahre später gab es auch für ihn einen Computer und seine erste Mailadresse, die übrigens immer noch existiert. Dann kam die erste eigene Website, die er mit einem einfachen Programm selbst gebaut hat. Dann nach und nach sämtliche Social Media Plattformen. Benjamin hat eigentlich immer alles ausprobiert und ist immer noch ein First Mover. Klar, dass er sich auch direkt bei TikTok ausprobiert hat. Sein fünftes Video hatte direkt 400.000 Views. Eigentlich ein ganz dämlicher Flachwitz, den er zusammen mit der bekannten Influencerin Carmushka spontan gedreht hatte.

Sein Fazit: hier geht was – also besser im Auge behalten. Und wenn man eine neue Plattform selbst aktiv mal getestet hat, dann kann man sie auch Kunden empfehlen, und eben auch dort Kampagnen umsetzen. 

Die Branche in der Benjamin und ich uns bewegen ist unglaublich dynamisch. Wie bleibt man hier am besten up to date? Ein kleiner Tipp von mir an dieser Stelle: ich nutze Google Alerts und bekomme zu ausgewählten Stichworten, wie zum Beispiel Influencer Marketing, täglich eine E-Mail mit Hinweisen zu aktuellen Artikeln.

Benjamin hat dagegen einen ganz banalen Tipp. Mit offenen Augen durch das Leben gehen und Fragen stellen, sich informieren, wenn man etwas Neues entdeckt oder auch mit Leuten ins Gespräch kommen, die man eben zufällig trifft. Ansonsten bleibt er für allgemeine und wirtschaftliche Themen der Branche über Online Portale, Podcasts oder Bücher up to date. Ein Buch pro Monat ist sein Ziel für 2020. Aktuell ist das Buch „Schnelles Denken, langsames Denken“. Um neue Inspiration zu bekommen, funktionieren am besten Plattformen wie Instagram und TikTok. 

Bei Instagram ist Benjamin übrigens auch als Content Creator aktiv und hat seine eigene Reichweite. Mein Eindruck ist, dass viele Unternehmer sich eher davor scheuen, sich privat auf solchen Plattformen zu bewegen. Benjamin teilt auf seinem Profil einen guten Mix aus professionellen Bildern als Fotograf und Fotos von sich selbst.

Was man dafür braucht: ein gutes Ego und Selbstbewusstsein. Wenn man selbst überzeugt davon ist, was man macht, dann kann man es doch auch mit anderen auf Social Media teilen. Allerdings darf man dann auch keine Angst vor Kritik oder Kopien haben.

Ein anderes Thema, auf das ich hier noch eingehen möchte, ist Freizügigkeit. Wenn man sich durch das Instagram Profil von Benjamin bewegt, findet man nämlich viele Fotos von schönen Frauen, die sehr freizügig gekleidet sind – typisch Generation Z. Es sind allerdings professionelle Fotos und der Hintergrund ist sogar recht spannend. Benjamin ist im letzten Jahr in über 30 Länder gereist und hat dort Models fotografiert. Am Ende ist sein eigenes Buch mit dem Titel „EVERYWHERE“ entstanden. Das Buch erzählt eine Geschichte über Fernweh und zeigt auch viele wunderschöne Landschaften. Benjamin sieht ein Foto immer als Gesamtkunstwerk an. Und es reizt ihn auch einfach mal Grenzen auszutesten. Wie man das Thema Freizügigkeit dann am Ende für sich persönlich hält, das ist jedem selbst überlassen. 

Angst begegnet Benjamin selten, allerdings ist Krankheit etwas, das er fürchtet. Da gibt es auch ein schönes Sprichwort:

Gesundheit ist nicht Alles, aber ohne Gesundheit ist Alles nichts.

Und wenn wir schon bei Sprüchen sind: laut Benjamin sind Probleme maskierte Gelegenheiten. Er ist ein Berufsoptimist und versucht aus allen Problemen, die ihm begegnen etwas positives zu gewinnen. Positiv sieht er auch die Zeit in der er geboren ist und für die Zukunft hat er noch einige spannende Projekte auf seiner Agenda. 

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