In dieser Folge spreche ich mit dem Gründer und Geschäftsführer der Social Media Plattform Fuego, Daniel Michailidis, den ich Anfang 2020 über mein persönliches Netzwerk kennengelernt habe. Mit seinen gerade einmal 21 Jahren hat Daniel bisher schon eine beachtliche Laufbahn in der Unternehmerszene hingelegt – und erreicht mit seiner neuen App gerade große Aufmerksamkeit in der Social Media Landschaft. Es freut mich, dass ich Daniel in meinem Podcast als Gast begrüßen darf, mit ihm über die Idee und die Ziele seiner App sprechen kann und von ihm erfahre, wie er seine wohl größten Konkurrenten TikTok und Instagram bewertet.

Daniel ist in Berlin aufgewachsen und sozusagen in der Start-Up Szene großgeworden. Das Leben in der pulsierenden Großstadt mit seinen vielen Kulturen hat ihn sicherlich geprägt. Aber Daniel kennt es eben auch nicht anders. Mit 16 Jahren hat er bereits angefangen, sich für Unternehmertum zu interessieren. Ein Jahr später lernte er auf einem Event eher zufällig die Unternehmerin und Investorin Verena Pausder kennen, die ihn dann in ihr Mentorenprogramm „Startup Teens“ holte. Zunächst versuchte sich Daniel mit einem Freund an verschiedenen Apps, allerdings waren diese eher Spaßprojekte, wie er selbst sagt, und haben nicht wirklich Geld eingespielt.

Im März 2020 hat Daniel gemeinsam mit 3 weiteren Partnern die App Fuego gelaunched. Eine Challenge-Video-App – wenn man es ganz simpel ausdrücken möchte. Die Idee für diese neue Art der Social Media Plattform hatte Daniel schon lange. Allerdings war es harte Arbeit, das Konzept so zu kreieren, dass es sich auf dem Markt durchsetzen kann. Und so eine App kostet nun einmal viel Geld, das braucht Investoren und geht nur mit einem Team, welches Daniel 2019 dann auch gefunden hat.

Nun aber nochmal zu der eigentlichen Idee und Funktion von Fuego, die Daniel mir erklärt hat. Die Kurzvideo-App ist wie ein Forum für Videos von Creatorn, die Videos von ihren Communieties oder anderen Creatorn sammeln wollen. Dadurch entsteht ein Austausch von Content. Verdeutlichen kann man das ganz gut an einer Kochchallenge: Ein Creator erstellt ein Video, in dem er ein Rezept vorstellt und kocht, und seine Community antwortet auf dieses Video ebenso in Form von eigenen Videos, in denen sie das Rezept nachmachen, aber auf ihre eigene Art und Weise. Anstatt Kommentare oder Likes zu abzugeben, wie auf anderen Plattformen, wird die Community bei Fuego selbst aktiv – und produziert eigenen Content. Jeder wird zu einem Creator – das ist Fuego. 

Aber wieso kann man das denn nicht auf TikTok oder Instagram abbilden? Daniel meint: TikTok und Instagram sind jetzt schon zu stigmatisiert, um den Community Ansatz so abzubilden, wie es Fuego in der App aktuell schafft. Damit sehen sich die vier Gründer als Vorreiter und glauben, dass sie sich damit auch zukünftig von der Konkurrenz abheben können, und ihre App dann der Ort sein wird, wo Communities zusammenkommen und sich mit kreativen aber vor allem authentischem Content austauschen.

Daniel findet, dass man TikTok, anders als üblich in den Medien kommuniziert, eigentlich gar nicht direkt mit Fuego vergleichen kann oder sollte, auch wenn es bei TikTok natürlich auch Challenges gibt. Hier geht es allerdings weniger um das Sammeln oder Neuinterpretieren von Content oder einer Challenge. TikTok arbeitet mittlerweile unter anderem mit bezahltem Content, mit sogenannten Brand-Hashtag-Challenges, und verdient sein Geld mit Firmenkooperationen. Fuego fokussiert sich mehr auf die Challenge an sich – was möchte die Community teilen. Somit gibt es ein Thema, einen Hashtag und viel wichtiger, authentischen Content. Dass das Video unbedingt eine möglichst große Reichweite erzielen muss und gehyped wird, das steht anders als bei TikTok hier gar nicht an erster Stelle. 

Wenn man Daniel fragt, wie es sich eigentlich anfühlt, eine eigene Social Media Plattform erschaffen zu haben, dann antwortet er kurz: „Mega Cool!“ Er liebt seinen Beruf und sein Team. Als Social Media Native ist er wie ich mit den sozialen Medien aufgewachsen. Seine erste Social Media Plattform an die er sich erinnern kann, war, genau wie bei mir, Facebook. Seine Eltern verstehen zwar nicht ganz, was er so eigentlich macht, aber sie respektieren seine Entscheidungen, geben ihm entsprechend den Freiraum, sich selbst zu entfalten, und sind natürlich auch stolz auf ihn. Das macht Daniel sehr glücklich. 

Aber wie schafft Fuego es zukünftig, bekannt zu werden, und entsprechend viele User zu generieren? Daniel und sein Team haben sich große Ziele gesetzt und arbeiten aktiv an ihrer Brand Awareness, damit Fuego sichtbar und verstanden wird – und eben auch genutzt wird. Die App ist natürlich kostenlos. Um entsprechend Aufmerksamkeit zu erzeugen, besteht sein Team aus bekannten Influencern – oder arbeitet mit ihnen zusammen – die auf anderen Plattformen wie Instagram bereits eine große Reichweite haben. Mit gezielten Challenges fordern sie ihre Community auf, zu einem bestimmten Thema mit einem bestimmten Hashtag über Fuego ein Video zu teilen. Und bisher klappt das bei Künstlern wie Roman Lochmann oder Sierra Kidd super.

Daniel beschäftigt sich natürlich genauso wie ich täglich mit der Social Media Branche und schaut, was das direkte Umfeld und die Konkurrenz am Markt macht. Instagram sorgt aktuell für viel Aufmerksamkeit mit seiner neuesten Funktion. Instagram Reels ist ein professionelles Video-Bearbeitungsprogramm, direkt integriert in der Instagram App, das von den Medien als Angriff auf TikTok gehandelt wird – da es auch exakt gleich aussieht. Keine Konkurrenz für Fuego – Daniel ist da recht entspannt. Er findet es fantastisch, wie Instagram auf die Nachfrage am Markt reagiert, und immer wieder neue Funktionen entwickelt. 

Zum Ende möchte ich Daniel noch ein paar persönliche Fragen stellen. Da wäre zum einen ein Learning, das ihn bis heute prägt. Daniel erzählt mir eine kurze Geschichte. Bei einem seiner ersten Geschäftstermine ist er ganz schick im Anzug aufgetaucht und wollte damit so richtig professionell wirken. Aber er hat schnell gemerkt, dass das Startup Business anders funktioniert. Klar – es geht um Zahlen und Fakten, und um den Erfolg, aber am Ende zählt eben auch das Zwischenmenschliche – und dafür braucht man keine Verkleidung. Da geht es auch sportlicher und dem Alter entsprechend.

Und wie steht Daniel zu Glück? Er meint: Glück braucht eine gewisse Vorbereitung, bevor es zu Dir kommt. Daniel hat hart für sein heutiges „Glück“ gearbeitet. Er war aktiv und hat es in gewisser Weise herausgefordert. Eigeninitiative und Engagement – das sind zwei wichtige Faktoren für Glück.

Zum Schluss stelle ich, wie jedem meiner Gäste, auch Daniel die Frage, ob er denn lieber 20 Jahre früher oder später geboren wäre. Daniel antwortet für mich überraschend. Er wäre doch tatsächlich lieber 20 Jahre früher geboren, und das, obwohl er in der Social Media Welt sein Geld verdient, und sich täglich mit der Branche auseinandersetzen muss. Er meint:

Das wäre super entspannt gewesen, nicht ständig am Handy oder online unterwegs zu sein. 

Daniel hätte sich übrigens mehr Zeit als Kind gewünscht. Er sagt, die Generation Z wird gefühlt zu schnell  erwachsen. Da sind so viele Einflüsse von außen – und das Umfeld ist extrem dynamisch. Er mag das zwischenmenschliche – aber unglücklich hat ihn die Social Media Welt nie gemacht. Denn am Ende kann jeder für sich selbst entscheiden, wie viel er konsumiert und sich in der Social Media Welt bewegt. Authentisch sollte man aber in jedem Fall bleiben, das ist das wichtigste, und das ist auch das Ziel von Fuego. 

Mehr über Daniel (Media):

Business Insider Artikel

Gründerszene Artikel

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Instagram: @daniel.michailidis